Bei vielen Menschen ist die Händigkeit eindeutig und es bedarf keiner Testuntersuchung und keiner speziellen Beobachtung.
Aber bereits mancher umgeschulter Linkshänder, der sich sogar noch an die Umschulung von seiner dominanten linken auf die nicht dominante rechte Hand erinnert, ist sich nicht sicher, welche Händigkeit er denn nun wirklich hat. Dazu tragen auch Verdrängungsprozesse einer negativ empfundenen Umschulung der Händigkeit bei, wo Linkshändigkeit oft als etwas moralisch Verwerfliches bezeichnet wurde.
Anders ist eine Händigkeitsbestimmung bei Kindern, die z.B. aus zerebralen Gründen zum Wechseln des Handgebrauchs neigen oder sich auf Grund von Modell- und Nachahmungsverhaltenan der mehr rechtshändig geprägten Umgebung orientiert haben. Hier ist eine genaue Händigkeitsbeobachtung und -testung von einem Fachmann notwendig.
Der methodische Ansatz geht von einem qualitativen Herangehen an die Abklärung der Händigkeit aus. Quantitative Fragen der Händigkeitsbeurteilung werden auch berücksichtigt, aber letztendlich steht die Erkenntnis dahinter, dass ein rein quantitativ ermitteltes Ergebnis (das bedeutet eine "bloße" Auszählung der einzelnen Tätigkeiten, also rechte Hand, linke Hand oder wechselnd einmal die rechte und einmal die linke Hand) kein hinreichend valider Indikator für die Händigkeitsbestimmung sein kann. Denn auf der Phänomenebene sind und werden wesentliche biografische Entwicklungen nicht sichtbar. Diese bedürfen eher einer qualitativ orientierten Exploration.
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